Interview mit Josephine Dörfler
Du bist zu Beginn der Saison 08/09 von NA. Hamburg nach Chemnitz gewechselt. Was war der ausschlaggebende Grund, um sich für die Kangaroos zu entscheiden?
Ich hatte zwei schöne Jahre in Hamburg, in denen ich zwar viel gelernt aber kaum gespielt habe. Nach Chemnitz bin ich gekommen, weil ich wusste, dass ich mich hier in einer jungen ehrgeizigen Mannschaft beweisen kann und zeigen kann, was ich in den vergangenen Jahren gelernt habe.
Was würdest Du heute machen, wenn Du Dich nicht dem Volleyball verschrieben hättest?
Dann wäre ich wahrscheinlich schon fast fertig mit meinem Politikstudium und würde nur darauf warten, Angela Merkel abzulösen.
Wie bist Du zum Volleyball gekommen?
Auf Grund meiner Größe sollte ich Sport machen und da meine Mama früher selbst Volleyball gespielt hat, lag es nahe, dass ich das auch mal ausprobiere.
Du hast in Deiner noch jungen Karriere schon viel gesehen. Gibt es besondere Erlebnisse?
Ich denke, das einprägsamste Erlebnis war das Pokalfinale in Halle. Wenn man in so eine große, fast ausverkaufte Halle einläuft, nachdem man seinen Namen gehört hat, ist das Gänsehautfeeling pur.
Im Sport ist Deine Größe ja durchaus von Vorteil. Bereiten Dir Deine 1,93m im Alltag manchmal Probleme oder ist es sogar hilfreich, um den Überblick zu behalten?
Probleme gibt es eigentlich nur beim shoppen, denn es ist wirklich deprimierend, wenn ich die extralangen Hosen anprobiere und die immer noch 5 cm zu kurz sind. Das Gute ist, dass Loz (Lauren) mich in einer Menschenmenge nicht verlieren kann
Hast Du Vorbilder?
Seit der WM 2002 in Berlin ist Elisa Togut mein Vorbild.
Dein persönliches Ziel für diese Saison, neben dem Klassenerhalt?
Ich möchte mich spielerisch und technisch weiterentwickeln und nach der Saison sagen können, dass ich immer alles gegeben habe.
Halle oder Sand?
Halle, sonst wäre ich ja nicht hier. Aber bei gutem Wetter habe ich gegen ein paar Runden Beachvolleyball nichts einzuwenden.
Deine größte Niederlage / Enttäuschung?
Meine Verletzung in der vergangenen Saison. Gerade lief alles super, da verletzte ich mich in der Vorbereitung am Daumen und konnte erst im Dezember wieder mit dem Training anfangen. Somit war die Saison praktisch für mich gelaufen.
Bei den Kangaroos spielst Du ja universal. Deine Stärken liegen aber offensichtlich im Außenangriff. Ist das auch Deine Lieblingsposition oder kannst Du Dir auch vorstellen, auf einer anderen Position zu spielen? Hast Du vielleicht sogar auf einer anderen Position mit dem Volleyball begonnen oder gespielt?
Als Kind wollte ich immer Zuspieler werden, aber das wurde mir relativ schnell ausgeredet
Mittlerweile habe ich schon auf jeder Position außer als Zuspieler und Libero gespielt. Aber am wohlsten fühle ich mich auf der Diagonalposition und deswegen bin ich froh, hier in Chemnitz auch auf dieser Position spielen zu können.
Wie schätzt Du die Entwicklung der Kangaroos im Verlauf dieser Saison ein?
Ich denke man kann sehen, dass wir uns spielerisch weiterentwickelt haben. Jeder kann sehen, dass wir guten Volleyball spielen können. Das Problem ist, die uns im Moment noch fehlende Konstanz. Daran müssen wir arbeiten.
Wie gehst Du mit der momentanen Serie an Niederlagen um? Hast Du persönlich Motivationsprobleme oder lässt Dich so etwas kalt?
Jede Niederlage bedeutet Motivation, denn schließlich will man jedes Spiel gewinnen. Wenn es also an einem Wochenende nicht geklappt hat, arbeitet man in der darauf folgenden Woche noch härter, um eventuell das nächste Spiel gewinnen zu können.
Kannst Du als Leistungsträgerin im Team Einfluss auf das Training nehmen und tust Du das vielleicht sogar?
Ich kann immer versuchen mein Bestes im Training zu geben, damit wir uns gegenseitig motivieren und fordern können.
Kannst Du etwas zur Stimmung im Team sagen?
Die Stimmung im Team ist nach wie vor gut und es macht Spaß in dieser Mannschaft zu spielen. Wir haben alle ein gemeinsames Ziel und zwar einen Sieg. Aus diesem Grund arbeiten wir jeden Tag hart an uns.
Wie entspannst Du nach einem Spiel / nach dem Training?
Entspannen kann ich mich bei einem guten Essen und einem gutem Buch oder Film.
Ist nach der Saison vor der Saison? Will heißen, wird nach der Saison direkt weiter trainiert, Urlaub gemacht, studiert oder alles zusammen?
Ich würde sagen von allem ein bisschen. Klar sind direkt nach der Saison erstmal einige Wochen frei, in denen ich auch in den Urlaub fahre. Aber danach geht’s auch irgendwann weiter mit dem Training und dem Studium, denn Nichtstun wird nach einer Weile auch langweilig
Wie / Wo siehst Du Dich in fünf Jahren?
Ich hoffe, dass ich in 5 Jahren mein Studium abgeschlossen haben werde und in einem Land Volleyball spiele in dem das Wetter immer schön ist
Kannst Du Deine Zeit in Chemnitz genießen?
Klar kann ich die Zeit in Chemnitz genießen. Ich habe eine coole Mitbewohnerin und ich verbringe meine Wochenenden damit, in einer sympathischen Mannschaft vor tollen Fans Volleyball zu spielen.
Gibt es Dinge die Du vermisst?
Ich vermisse natürlich meine Familie und meinen Freund. Und manchmal fehlt mir Berlin
Wie verbringst Du Deine Zeit abseits des Spielfeldes?
Da gibt es einige Dinge, unter anderem: studieren, essen, schlafen, lesen und Loz die deutsche Sprache erklären
Mein perfekter Tag sieht so aus:
Gaaaaaanz lange schlafen, dann den ganzen Tag am Strand verbringen und abends spät ins Bett gehen
Steckbrief – Lieblings:
- Musik(er/in): Laurens Gesang, solange sie keine Weihnachtslieder singt
- Film/TV-Serie: Prison Break
- Essen: Das was Loz kocht
- Buch: Die Zeugin
- Urlaubsort: Mhh also ich würde gern mal nach Australien fliegen
Vielen Dank für Deine Zeit. Wir wünschen Dir und der Mannschaft viel Erfolg für die kommenden Spiele.
Sascha für kangaroofans.de
Der nächste Interviewpartner steht noch nicht fest. Alle registrierten Mitglieder im Fanforum haben die Möglichkeit, darüber abzustimmen.
1. Bundesliga, 2008 / 2009, Interview, Josephine Dörfler, Kangaroos, Mannschaft
gelesen: 827, heute: 4, zuletzt: 08.09.2010


